Ted Hartwig Photography. Kinderfotograf und Kitafotograf aus Berlin. Spezialist für Kitafotos und Kinderfotos

Warum immer mehr Kinder und Jugendliche gefährdet sind. Ein Blick in die Kitas lohnt sich.

Mobbing in der Schule? Ursachenforschung in den Kitas

 

Momentan geht ein erschütternder Schicksalsschlag durch die Medien, und auch meine Gedanken sind bei den Eltern des Mädchens. Wenn ein Kind stirbt, zerfetzt es einem das Leben. Ich wünsche den Eltern alle erdenkliche Kraft und Liebe, irgendwann und irgendwie wieder ihren Frieden finden zu können.

Als Kitafotograf bin ich das ganze Jahr über in vielen Kitas in ganz Berlin und im Umland unterwegs und habe jährlich über 2000 Kinder vor der Linse. Ich arbeite sehr intensiv mit den Kindern, erhalte dadurch interessante Einblicke in den Alltag der Kitas, und es brennt mir in den Fingern, mich hier auch in die Debatte einzubringen.

Dass es bis zum Suizid geht, ist momentan ein Einzelfall, jedenfalls bei uns. In den USA sieht das bei Jugendlichen beispielsweise anders aus. Aber das Thema Mobbing unter Schülern ist weitaus verbreiteter und dramatischer als die Allgemeinheit das vielleicht wahrnimmt. Verzweifelte Schüler, die Angst haben, in die Schule zu gehen, gehören zur Normalität. Wieviele Kinder wirklich betroffen sind, ist schwer zu sagen, aber wir sollten aufhorchen!

Ich möchte hier über 2 wesentliche Bedingungen sprechen, die meiner Meinung nach unbedingt mehr in den Fokus der öffentlichen Debatte geraten sollten.

Erstens: Die Nutzung von Smartphones, Tablets, Computerspielen und speziell Social Media. Wer hier bereits mit den Augen rollt, sollte sich unbedingt näher damit beschäftigen, wie schädlich diese "Medien" tatsächlich sind. Jedenfalls in den Händen derer, die damit nicht umgehen können. Das Erlernen von Kommunikatons- und Interaktionsmustern ist bei Kindern und Jugendlichen noch in der Entwicklung. Sie haben zudem in der Regel noch nicht die innere Stärke, Gemeinheiten wegzustecken und sich gegen fiese Bemerkungen oder gar Hetze zu wehren. Die Schwierigkeiten und Konflikte, die es unter den Schülern gibt, sind teilweise altersgerecht und völlig in Ordnung, solange die Schüler aufgefangen und begleitet werden, von Lehrern Erziehern und vor allem den fürsorglichen Eltern.

Wenn nun aber Handy und Messenger dazu kommen, entstehen oft massive Probleme. Die nonverbale Kommunikation über Taxtnachrichten ist eine unnatürliche One-Way-Kommunikation. Die direkte Rückmeldung fehlt, und das Versenden oder Posten von Gemeinheiten muss nur eine sehr geringe Hemmschwelle überwinden. Das ist hinlänglich bekannt und muss hier nicht näher erörtert oder diskutiert werden. Dazu kommt, dass das Sich-Entziehen aus den Messengern und Gruppen für die Kinder und Jugendliche eine sehr große Schwierigkeit darstellt. Immerhin wird in dieser Hinsicht schon seit langem auch seitens der Experten und Fachgruppen von einer Sucht im medizinischen Sinne gesprochen.

Erschreckend ist hier, dass teilweise bereits Kitakinder eigene Handys haben und Kinder in den ersten Schuljahrgängen unbegleitet ins Internet dürfen.

Worum es mir hier geht, ist jedoch die erweiterte Ursachenforschung, die in die Kitas ansetzt. Diese fehlt mir nämlich in der öffentlichen Wahrnehmung. Und da ich in zahlreichen Kitas in allen erdenklichen Bezirken Berlins arbeite, kann ich hier ein sehr brauchbares Bild zusammenfassen, wie es um die Förderung und Bildung der Kinder bestellt ist. Mein Thema soll hier die Interaktion der Kinder untereinander sein, um Hinblick auf Fairness und Gemeinschaft.

Es gibt viele Kitas, die personell und konzeptionell gut aufgestellt sind. Ebenso gibt es viele Eltern, die fürsorglich und mit Verstand und Liebe ihre Kinder begleiten. Es gibt aber ebenso viele Kinder, die leider nicht so optimalen Bedingungen ausgesetzt sind. Weder von ihren Eltern noch von den ErzieherInnen in den Kitas lernen sie vernünftige, faire Kommunikationsmuster, die ihnen später das soziale Miteinander erleichtern und ihnen eine innere Stärke verleihen, die sie später brauchen, um eben nicht Opfer von Mobbing zu werden.

Mobbing benötigt immer zwei Rollen. Die des Täters und die des Opfers. Das ist bereits in den Kitas zu beobachten. Ich möchte hier nicht von Mobbing sprechen, sondern von den ganz natürlichen und alltäglichen Versuchen der Kinder, herauszufinden, wo die Grenzen sind, die das Miteinander erfordert. Es wird Spielzeug "geklaut", es wird gepiesakt, es wird auch mal gehauen. Kleinkinder müssen hier die Regeln lernen, die unsere Gesellschaft einfordert. Und genau hier setzt meine Kritik an.

Ich finde es unerträglich, wie Eltern oder "Pädagogen" teilweise reagieren, wenn Kinder Verhaltensweisen bis hin zu Agressionen zeigen, die nicht tolerierbar sind. Wenn ein Kind dem anderen Schmerzen zufügt, dann muss hier konsequent gehandelt werden. Es geht nicht darum, zu strafen, sondern den Kindern zu zeigen, dass jedes eigene Verhalten Konsequenzen hat. Und zwar nicht für den Anderen, sondern für einen selber. Dass das andere Kind jetzt weint, ist zwar in der Tat eine wichtige Rückmeldung. Aber was bedeutet mein Handeln für mich? Hier fehlen oft die Ansätze!

Viel schlimmer ist aber, und das sehe ich oft, wenn Eltern oder "Pädagogen" der Meinung sind, die Kinder könnten das schon unter sich ausmachen. Das können sie nicht! Wenn hier nicht vermittelt und begleitet wird, dann lernen die Starken: Ich kann mir alles erlauben, und die Schwachen lernen: Ich habe eh keine Chance. Diese Dogmen sind später nicht mehr oder nur sehr schwer aufzulösen.

In den Kommunikations- und Verhaltensmustern, die bereits den Kleinkindern aufgezeigt werden, sehe ich eine der wesentlichen Begünstigungen für Mobbing in der Schule, und ich appelliere hier an alle Beteiligten, wachsam und sinnvoll die Kinder zu stärken.

 


 

Kinder vor der Kamera?

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Tedric E. Ein Bisschen Musik. Kindermusik und Kinderlieder für Groß und Klein.